|
1893 Eintritt in die Deutsche Volkspartei
1894 Herausgeber der demokratischen Tageszeitung "Münchner Freie Presse" (bis 1900)
Wegen der Satire "Caligula" (Anspielung auf Wilhelm II.) wird Quidde zu einer dreimonatigen Haftstrafe wegen Majestätsbeleidigung verurteilt. Die Schrift wird mit über 30 Auflagen zu dem erfolgreichsten Pamphlet ihrer Zeit.
Die Affäre führt zu dem jähen Abbruch seiner wissenschaftlichen Laufbahn und zu seiner gesellschaftlichen Ächtung. Ca. ein beträchtliches geerbtes Vermögen ermöglicht es ihm im folgenden Jahren, sich ganz auf die Politik zu verlegen.
Mitarbeit in der Deutschen Friedensgesellschaft
1895 Ausarbeitung des neuen Programms der Deutschen Volkspartei, im die Parlamentarisierung, eine Justiz- und Heeresreform sowie der Ausbau des Föderalismus gefordert werden.
1896 Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Deutschen Volkspartei
1901 Deutscher Vertreter des Internationalen Friedensbüros in Bern
1902 Gemeindevertreter der Deutsche Volkspartei in München (bis 1907)
1907 Landtagsabgeordneter der Deutsche Volkspartei (später der Fortschrittlichen Volkspartei) in dem bayerischen Landtag (bis 1918)
Organisation des Weltfriedenskongresses in München
1913 "Entwurf zu einem internationalen Vertrage über Rüstungsstillstand" anlässlich des 20. Weltfriedenskongresses
1914 Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft (bis 1929)
1915 Beteiligung an der Tagung des Bund Neues Vaterland in Den Haag. Bis Kriegsende lebte Quidde in der Schweiz
1918 Vizepräsident des Provisorischen Nationalrats in Bayern.
Eintritt in die Deutsche Demokratische Partei (DDP)
1919 Wahl in die Verfassunggebende Nationalversammlung
1921 Vorsitzender der pazifistischen Dachorganisation "Deutsches Friedenskartell" (bis 1929).
Mitglied der bayrischen Jungdemokraten und bis 1933 Publikationen in deren Zeitschrift "Echo der Jungen Demokratie"
1924 Aufgrund seiner Schrift "Der deutsche Pazifismus während des Weltkrieges" wegen Landesverrats angeklagt und kurzzeitig inhaftiert
1927 Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem französischen Pazifisten Ferdinand Buisson, dem Gründer der französischen "Liga für Menschenrechte"
1929 Als Vertreter des gemäßigten Flügels Abwahl als Vorsitzender der DFG auf Betreiben des radikalen Flügels u.a. um Hellmut von Gerlach
1930 Die Rechtsentwicklung der DDP zur Deutschen Staatspartei veranlasst Quidde zu dem Parteiaustritt.
Quidde wird Vorsitzender der Vereinigung Unabhängiger Demokraten und zusammen mit den ehemaligen DDP-Mitgliedern und Pazifisten Hellmut von Gerlach und Paul Freiherr von Schönaich Gründungsmitglied der Radikaldemokratischen Partei (RDP). Den ihm angetragenen Parteivorsitz lehnt er ab.
Nach der Machtergreifung emigriert Quidde in dem März 1933 in die Schweiz. In den folgenden Jahren wohnt er in Genf und ist für die Neue Zürcher Zeitung tätig.
|